Unsere Schule · Seminarschule
Seminare für Studienreferendare
Vorbereitungsdienst an der Realschule Höchberg — Ausbildung in sieben Fachseminaren und allgemeinen Seminarfächern.
Vom Studium in den Schulalltag
Die Realschule Höchberg ist Seminarschule und bildet Studienreferendarinnen und Studienreferendare aus. In sieben Fachseminaren und ergänzenden allgemeinen Seminarfächern begleiten erfahrene Seminarlehrkräfte den Weg vom Studium in den Schulalltag — praxisnah, persönlich und fachlich fundiert.
Aktuelle Zahlen zu Kollegium und Referendaren finden Sie unter Personal.
Fachseminare
Die sieben Fachseminare der Realschule Höchberg – Fach für Fach: Wer ausbildet und wie das Seminar arbeitet.
01 Deutsch
Seminarlehrerin · Frau Gärtner (kommissarisch)
„Wenn wir die Menschen nur nehmen, wie sie sind, so machen wir sie schlechter. Wenn wir sie behandeln, als wären sie, was sie sein sollten, so bringen wir sie dahin, wohin sie zu bringen sind.“ — J. W. v. Goethe
Im Deutschseminar wird jeder Referendar möglichst von Beginn an als Lehrkraft gesehen. Der Schritt vom Studenten zum Lehrer soll rasch vollzogen werden – der Sprung ins kalte Wasser aber immer „an der Hand“ des Seminarlehrers. Der Ablauf strukturiert sich epochal: erst Hospitation der Lehrbeispiele, ab der dritten Woche eigene Unterrichtsstunden, ab den Herbstferien Zuteilung zu einer Klasse. Pro Woche finden zwei Fachsitzungen statt.
Feste Projekte des Deutschseminars:
- Bibliotheksbesuch mit einer 5. Klasse
- Lektüresequenzen
- Schreibwerkstatt
- Klassenzimmergestaltung durch kreatives Schreiben
- Beteiligung am Schnuppernachmittag
- Beteiligung an der Projektpräsentation
- Probeunterricht
- Abschlussprüfungskorrekturen
- Gestaltung eines Lernzirkels
02 Mathematik
Seminarlehrerin · Silke Michels
„Die Mathematik als Fachgebiet ist so ernst, dass man keine Gelegenheit versäumen sollte, sie etwas unterhaltsamer zu gestalten.“ — Blaise Pascal
Gemäß diesem Zitat arbeitet das Fachseminar daran, den Spaß an der Mathematik durch lebens- und praxisnahe Aufgaben sowie spielerische Elemente bei den Schülern zu wecken. Ein wesentlicher Bestandteil der wöchentlichen Fachsitzungen ist die Veranschaulichung mathematischer Inhalte. Die Studienreferendare lernen, verschiedene Medien wie grafikfähige Taschenrechner, dynamische Geometrieprogramme, Modelle und das Activboard sinnvoll einzusetzen. Darüber hinaus stehen Kommunikationsfähigkeit, Selbstständigkeit und Verantwortungsbewusstsein der Schüler im Mittelpunkt. In Einzelgesprächen mit der Seminarlehrerin erhalten die Referendare regelmäßig Rückmeldung. Mathematik – ein Fach, in dem man fürs Leben lernt!
03 Physik
Seminarlehrer · Martin Zimmer
„Wie entsteht eine Fata Morgana? – Wie kann man das Licht einer Glühlampe mit einer Schere ‚ausschneiden‘?“
Das sind zwei von vielen hundert Fragen, die unseren Schülern im Physikunterricht begegnen. Die Schule ist räumlich und materiell so ausgestattet, dass nahezu alle Facetten eines zeitgemäßen Physikunterrichtes kennengelernt werden können: zwei helle, geräumige, auf neuesten Stand gebrachte Fachräume – einer als Stufensaal, der andere als Schülerübungssaal. Die Physiksammlung ermöglicht experimentelles – auch computergestütztes – Arbeiten zu allen Themenbereichen des Lehrplans. Großer Wert wird auf handlungsorientierte Unterrichtsformen gelegt, wozu umfangreiches Schülerübungsmaterial zur Verfügung steht. Das Grundkonzept der Seminarausbildung besteht darin, aus dem fragend-entwickelnden Vorgehen handlungsorientierte Unterrichtsformen zu generieren. Bedingt durch die Nähe zur Universitätsstadt Würzburg werden jedes Schuljahr auch außerschulische Lernorte aufgesucht, in die die Referendare aktiv eingebunden sind.
04 Kunst
Seminarlehrerin · Karin Kasberger
„Die Kreativität des Menschen ist das wahre Kapital.“ — Joseph Beuys
Allgemeines: Einbringung in die Schulhausgestaltung, Gestaltung der Weihnachtskarten, Schnuppernachmittag für die neuen 5.-Klässler, Informationsabend für die 6. Klasse.
Aufbau des Kunstunterrichts nach Jahrgangsstufen:
- 5. Klasse: 3-stündig Werken
- 6. Klasse: 3-stündig Kunst
- 7. Klasse: 2-stündig Kunst (eine praktische Schulaufgabe Malerei/Zeichnung), 1-stündig Kunstgeschichte (Romanik und Gotik)
- 8. Klasse: 2-stündig Kunst (praktische Schulaufgabe Malerei/Zeichnung/Collage), 1-stündig Kunstgeschichte (Renaissance und Barock); erste Vernissage am Schuljahresende
- 9. Klasse: 2-stündig Kunst (Projektarbeit Nov.–Jan., evtl. Ausstellung), 1-stündig Kunstgeschichte (Klassizismus, Romantik, Realismus, Impressionismus)
- 10. Klasse: 2-stündig Kunst (praktische Schulaufgabe thematisch zur Abschlussprüfung), 1-stündig Kunstgeschichte
05 Katholische Religionslehre
Seminarlehrer · Andreas Herrmann
Denn gemeinsam ist man weniger allein – getreu diesem Motto arbeitet das Fachseminar Katholische Religionslehre zusammen. In den wöchentlich stattfindenden Fachsitzungen bekommen die Studienreferendare Feedback und Tipps zur Unterrichtsgestaltung. Gemeinsam wird über „schwierige“ Themen diskutiert und über die Probleme des Schulalltags gesprochen. Mit spirituellen Impulsen schaffen wir kleine Erholungsoasen im Alltag und nehmen uns Zeit für uns selbst. In der Vorbereitung und Gestaltung von Schulgottesdiensten werden wir Studienreferendare optimal auf das spätere Aufgabenspektrum vorbereitet. Religion – ein Unterrichtsfach wie jedes andere und doch ganz anders!
06 Wirtschaftswissenschaften
Seminarlehrerin · Veronika Kehl
Das Studienseminar Wirtschaftswissenschaften teilt sich in Wirtschaft und Recht (WiR) und Betriebswirtschaftslehre/Rechnungswesen (BwR) auf – beides wird zusammen studiert und bildet in der Seminarausbildung eine Einheit. WiR wird in der 8. Jahrgangsstufe Wahlpflichtfächergruppe (Wpfg) II und in allen Zweigen in der 9. Jahrgangsstufe unterrichtet. In WiR liegt ein besonderes Augenmerk auf dem deutschen Wirtschaftssystem, der Rechtsordnung und dem Verbraucherschutz aus Sicht des Konsumenten. BwR ist Schwerpunkt in der Wahlpflichtfächergruppe II und Nebenfach in Wpfg IIIa Französisch (7./8. Klasse). Die Schülerinnen und Schüler sollen betriebliche Abläufe verstehen, rechnerisch erfassen und rationale, nachhaltige Entscheidungen aus Sicht eines Unternehmers treffen und diese buchhalterisch erfassen. Wie lassen sich die teils komplexen Themen in eine Stunde verpacken? Welche Methoden und Sozialformen eignen sich wofür? Damit befassen wir uns in wöchentlichen Fachsitzungen und in Einzelgesprächen.
07 Politik und Gesellschaft
Seminarlehrer · Philipp Beyer
Dass Politik und Gesellschaft mehr ist als Institutionenkunde, hat sich hoffentlich herumgesprochen. Als sozialwissenschaftliches Querschnittsfach nutzt es Erkenntnisse der Politikwissenschaft, der Soziologie und der Volkswirtschaftslehre. Da politischer Unterricht meist dem Prinzip des exemplarischen Lernens folgt, sind schnell Kenntnisse über breite Bereiche des gesellschaftlichen Lebens nötig. Wie wird aus einem aktuellen Thema eine konkrete Stunde? Was ist bei der Sequenzgestaltung zu beachten? Welche Methoden, welche Werte? Diese Fragen werden in wöchentlichen Fachsitzungen, Einzelgesprächen und durch viel praktische Erfahrung beantwortet.
Allgemeine Seminarfächer
Diese Seminare besuchen alle Referendarinnen und Referendare – unabhängig von ihrer Fächerkombination.
01 Schulrecht
Seminarlehrer · Dr. Peter Schüll
In den Seminarsitzungen Schulrecht/Schulkunde werden unter Einbeziehung aktueller, konkreter Ereignisse aus dem Schulalltag wesentliche rechtliche Bestimmungen aus dem BayEUG (Erziehungs- und Unterrichtsgesetz), der RSO (Realschulordnung), der BaySchO (Schulordnung), der LDO (Lehrerdienstordnung) usw. besprochen. Selbstverständlich werden dabei auch pädagogische Fragestellungen, Bewertungen und Abwägungen der Sachverhalte diskutiert.
02 GsB – Grundfragen staatsbürgerlicher Bildung
Seminarlehrer · Philipp Beyer
Warum Politikunterricht für Referendare? Zum einen soll jede Lehrkraft ihrem verfassungsrechtlichen Auftrag aus Art. 131 BayVerf – der Demokratieerziehung – nachkommen können. Dafür muss sie den Schülern ein Vorbild sein, das fachkundig Auskunft gibt, kritisch Stellung bezieht und demokratische Werte aktiv vorlebt (Achtung der Menschenrechte, freiheitlich-demokratische Grundordnung). Zum anderen verkörpert der Lehrer als Beamter den Staat als Teil der Exekutive. In diese Rolle hineinzuwachsen – mit teils widersprüchlichen Erwartungen wie dem Gebot parteipolitischer Neutralität bei gleichzeitiger Vorbildrolle als politischer Bürger – dabei soll die Ausbildung helfen.
03 Pädagogik
Seminarlehrerin · Stefanie Frank (kommissarisch)
Im Pädagogik-Seminar geht es um weit mehr als um die bloße Vorbereitung auf die Prüfung. Mir ist es wichtig, unsere jungen Kolleg:innen dabei zu begleiten, in ihre neue Rolle als Lehrkraft hineinzuwachsen, Sicherheit zu gewinnen und dabei die eigene pädagogische Haltung zu entwickeln. In der wöchentlichen Doppelstunde steht deshalb die Praxis im Mittelpunkt: Wir beschäftigen uns mit den vielfältigen Situationen, die der Schulalltag so mit sich bringt – von der Frage, wie guter Unterricht gelingen kann, über den Umgang mit Störungen und herausfordernden Situationen bis hin zu Elterngesprächen. Wir sprechen darüber, wie man seinen eigenen Weg zwischen den zahlreichen Anforderungen findet, die Zeit im Blick behält und auch dann handlungsfähig bleibt, wenn eine Situation einmal ganz anders läuft als geplant.
Die vier großen Bereiche bilden den fachlichen Rahmen:
- Erziehen und Bilden
- Lehren und Lernen
- Fördern und Beraten
- Schule gestalten und entwickeln
Innerhalb dieser Themen bleibt viel Raum für konkrete Fälle, gemeinsame Überlegungen, praktische Übungen und den offenen Austausch untereinander. Denn eine gute Lehrkraft zu werden und zu sein, ist kein Prozess, den man mit dem Bestehen des Staatsexamens abschließt. Es ist ein Weg, auf dem man Erfahrungen sammelt, Fragen stellt, Neues ausprobiert, Fehler macht, daraus lernt und immer wieder seinen eigenen Standpunkt findet. Diesen Weg möchte ich mit meinen Seminarteilnehmer:innen ein kleines Stückweit gemeinsam gehen – mit fachlichem Anspruch, viel Praxisnähe und vor allem mit einem offenen Ohr für die großen und kleinen Fragen des Lehreralltags.
04 Psychologie
Seminarlehrerin · Kathrin Glaser
In den wöchentlichen Fachsitzungen im Bereich Psychologie werden die Studienreferendarinnen und Studienreferendare dabei begleitet und unterstützt, ihre an der Universität erworbenen psychologischen und pädagogischen Kenntnisse gezielt auf die schulische Praxis zu übertragen. Im Mittelpunkt stehen die Weiterentwicklung der eigenen Unterrichtspraxis sowie die reflektierte Auseinandersetzung mit dem selbstständigen Unterrichten in seinen vielfältigen Facetten. Ausgehend von evidenzbasierten Erkenntnissen werden zentrale Themen wie beispielsweise Classroommanagement, Kommunikation und Gesprächsführung, Feedback, Motivation, Entwicklungspsychologie sowie der Umgang mit unterschiedlichen Lern- und Verhaltensvoraussetzungen vertieft und auf konkrete schulische Situationen bezogen. Unter Anleitung der Seminarlehrkraft werden ausgewählte Unterrichts- und Erziehungssituationen analysiert, reflektiert und gemeinsam konkrete Handlungsstrategien entwickelt. Dabei geht es insbesondere darum, das Verständnis für die kognitiven, emotionalen und sozialen Voraussetzungen von Schülerinnen und Schülern zu erweitern und daraus zielführende Handlungsmöglichkeiten abzuleiten. Auf diese Weise bauen die Studienreferendarinnen und Studienreferendare ihr professionelles Handlungsrepertoire aus, reflektieren ihre eigene Rolle und stärken ihre Handlungssicherheit und Lehrerpersönlichkeit. Die Fachsitzungen leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung einer wissenschaftlich fundierten, reflektierten und professionellen Unterrichts- und Erziehungspraxis.